Unsichtbare Linien

Wenn ich (wie beim Programmieren) bei 0 anfange zu zählen, dann kann mein erster Beitrag einem anderen Thema gewidmet werden, ohne das ich den „Hallo Welt“-Teil weglassen muss.

Voriges Wochenende war ich in der Stadt und wartete auf einen Freund. Da fiel mir auf, dass der Platz, auf dem ich stand, zerteilt wirkte (war ein sehr großer Platz). Nicht, dass er wirklich in Abschnitte zerteilt war, sondern vielmehr aus „da darf man hin“ / „da darf man nicht hin“-Feldern bestand. Jetzt war meine Neugierde geweckt und umso mehr ich bewusst hinsah, umso mehr Linien sah ich. Nicht dass man sie hätte wirklich sehen können. Es waren unsichtbare Begrenzungen, „die Linien unserer Welt“, denen man Tag ein – Tag aus folgt, ohne bewusst zu wissen, dass man sie beachtet.

Sonderbar, dass mir das erst jetzt klar wurde, tanzte ich doch schon seit Jahren nach ihnen. Überhaupt sind die meisten Linien unsichtbar und trotzdem real. Unsere Welt besteht aus ihnen, sie haben ihr Gutes und ihr Schlechtes, leiten und beschränken uns.

Meinerseits habe ich ein neues Kapitel der Wahrnehmung aufgeschlagen.

Gespräche, Verhandlungen, Beziehungen, einfach alles in dieser Welt läuft entlang dieser Linien.

Vorher war es nur ein Gefühl, dass mir sagte: „Das ist gut – Das ist schlecht“. Jetzt da ich bewusster sehe, kann ich es eher in Worte fassen, kann ich besser interagieren.

Dieses Thema ist riesig, eigentlich gar nicht behandelbar, doch ich möchte euch hiermit einen „Gedankenschubser“ geben. Betrachtet die Politik, die Medien, die Handlungen der Menschen untereinander und ihr werdet sie überall finden.

Oftmals stört mich nicht das Gesagte oder das Versprochene, sondern das, was es bedeutet: Die Linien, die dadurch gezogen werden, beschränken mich in einer Art und Weise, wie ich es nicht mag. Andersherum ist es gleich: Es oder etwas gefällt mir, weil mir Platz und Raum gewährt wird, mich keine Linie hindert dorthin zu gehen, wohin es mich zieht.

Menschen die „mächtig sind“, werden um diese Linien wissen, denn man leitet mit ihnen.

Wer sensibel ist, kann spüren.

Wer spüren kann, kann wissen.

Wer etwas weiß, macht sich Gedanken.

Wer sich Gedanken macht, handelt anders.

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~ von Paradiesstaub - 2 Dezember, 2008.

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